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Impulskontrollstörung behandeln

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie es sich anfühlen könnte, unter einer Impulskontrollstörung zu leiden? Falls ja, stellen Sie sich vor, Sie säßen in einem Autoscooter. Sie steuern Ihr Fahrzeug ganz normal, jedoch merken Sie schnell, dass etwas nicht stimmt. Zwischendurch verlieren Sie die Kontrolle und Ihr Autoscooter beginnt zu bremsen, Gas zu geben und zu lenken, wie er will. Sie rammen andere Fahrgäste und verursachen ein kleines Chaos. Dann gewinnen Sie wieder die Kontrolle und fahren ganz normal weiter. Doch wissen Sie, dass Sie nicht zu jedem Zeitpunkt die volle Kontrolle über Ihr Fahrzeug haben. Es fühlt sich an, als ob Sie keine andere Wahl haben, als immer wieder zwischendurch Chaos zu stiften. –  So ähnlich können sich auch Betroffene einer Impulskontrollstörung fühlen. Sie verlieren häufig die Kontrolle über Ihr Handeln (Schreiber et al., 2011) welches fast zwanghaft und automatisch geschieht. Oft sind ihre Verhaltensweisen auch durch negative Gefühle wie Wut und Aggression gesteuert (Stein et al., 1993). Die langfristigen Folgen: Auf der Arbeit, in der Schule oder im Privatleben kommt es zu Konflikten. Außerdem können die Beziehungen und das Sozialleben stark unter den Symptomen leiden (siehe hierzu auch unseren Artikel Jähzorn in der Beziehung). Sie werden schnell bemerken, dass impulsives Verhalten einen Rattenschwanz an Problemen nach sich zieht. Genau aus diesem Grund ist es wichtig, diese Art von Störung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. In diesem Artikel werden Sie mehr über die verschiedenen Behandlungsmethoden bei einer Impulskontrollstörung erfahren.

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Wann man Impulskontrollstörungen behandeln sollte

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Behandlung einer Impulskontrollstörung?

Nach dieser Einleitung werden Sie es vielleicht kaum glauben, aber manchmal kann es sogar hilfreich sein, schnell und aus Impulsen heraus zu agieren. Manche Situationen erfordern Entscheidungen im Bruchteil einer Sekunde. In Notfällen oder Gefahrensituation kann eine impulsive Reaktion gepaart mit einer guten Intuition sogar Leben retten. Wie Sie sich aber wahrscheinlich schon denken können, ist es ganz und gar nicht hilfreich, wenn die Impulse regelrecht das gesamte Verhalten und auch den Alltag bestimmen. Sie können schnell in negative Verhaltensweisen ausarten und verschiedenste Lebensbereiche beeinträchtigen. In einigen Fällen kann das impulsive Verhalten sogar zu rechtlichen Schwierigkeiten führen (Dang et al., 2011). 

  • Eine Impulskontrollstörung kann das eigene Verhalten stark beeinträchtigen. Dies kann dazu führen, dass sich Personen aus dem engen Bekannten- oder Freundeskreis von Betroffenen abwenden (Baumeister & Exline, 1999). Aus diesem Grund fühlen sich einige Menschen mit Impulskontrollstörungen alleingelassen. Manchmal können Menschen mit dieser Störung sogar selbstschädigendes Verhalten zeigen. Dazu zählen übermäßiges Essen, Drogen- oder Alkoholkonsum (Brady et al., 1998; McElroy et al., 1992) und andere riskante Verhaltensweisen.
Wichtig!
Betroffene sollten wissen, dass sie nicht alleine sind. Es gibt viele Menschen, die mit ähnlichen Problemen kämpfen. Zum Glück gibt es Anlaufstellen und Möglichkeiten, sich zu helfen! Es ist wichtig, dass auch Menschen, die nicht unter dieser Störung leiden, darüber informiert werden, dass viele Menschen davon betroffen sind. Wenn mehr Leute über die Störung Bescheid wissen, fällt es Betroffenen leichter, Hilfe zu suchen und Unterstützung zu finden.

Mehr zum Thema erfahren Sie in unserem Podcast!

So können Impulskontrollstörungen behandelt werden

Vielleicht ahnen Sie es schon: Die Behandlung einer Impulskontrollstörung kann genauso unterschiedlich aussehen, wie die Symptome. Die Methoden reichen hierbei von Therapie bis hin zu Selbsthilfetechniken:

Therapie

In einer Therapie kann eine Impulskontrollstörung behandelt werden

Verschiedene Arten von Therapien, wie beispielsweise die Wut-Therapie oder Aggressionstherapie, sind ein üblicher Ansatz zur Behandlung von Impulskontrollstörungen. Bestimmt fragen Sie sich, welche spezifischen Therapien in diesen Fällen angewandt werden. Drei Beispiele finden Sie hier: 

  • Eine Form der Therapie ist die kognitive Verhaltenstherapie (Grant et al., 2011a). Wie Sie unschwer erkennen können, geht es hierbei um das eigene Verhalten. Sie zielt darauf ab, die eigenen Verhaltensweisen zuerst zu erkennen und danach zu ändern. Durch verschiedene Techniken können Betroffene Schritt für Schritt lernen, ihre Impulse besser zu kontrollieren. Außerdem beschäftigt sich diese Therapie damit, die eigenen Denkmuster zu ändern, die zu impulsivem Verhalten führen. Sie dreht sich also auch um die Gedanken, die hinter den eigenen Handlungen stehen (Grant et al., 2011b).
  • Die tiefenpsychologisch fundierte Therapie ist eine weitere Art von Behandlung. In dieser Therapie schauen Betroffene tiefer in sich hinein. Dadurch kann es gelingen, verborgene Gefühle und Konflikte zu finden, die vielleicht hinter impulsiven Verhaltensweisen stecken. Der Therapeut hilft dabei, indem er mit dem Patienten spricht und ihm dabei hilft, diese verborgenen Probleme zu entdecken (Gieser & Pohlmann, 2010).
  • Die Psychoanalyse ist eine weitere Therapieform, die auf den Ideen von Sigmund Freud basiert. Bei dieser Methode versucht der Therapeut, unterbewusste Gefühle und Gedanken zu entdecken, die das Verhalten beeinflussen könnten. Der Therapeut hilft dem Patienten dabei, diese tief liegenden Gedanken und Gefühle bewusst zu machen und so Bereiche des Gefühlslebens und zwischenmenschlichen Verhaltensweisen, die in das Leiden involviert sind, anzupassen. 
Wichtig!
Therapien werden in der Regel von einem Arzt angeordnet. Sie kommen in Betracht, sobald die Störung die Gesundheit von Betroffenen einschränkt. Eine Störung wird ärztlich oder psychotherapeutisch diagnostiziert, anschließend beginnt dann die Therapie. Dies ist wichtig, da Krankenkassen ansonsten keine Kosten für diese übernehmen können. 

Erfahren Sie hierzu mehr in unserem Podcast!

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Über die Autoren
Kathrin Georg

Kathrin Georg ist Klinische Psychologin (M. Sc.) und Sozialpädagogin. Sie verantwortet die fachliche Leitung am Fachzentrum für Wut & Aggression und befindet sich in Weiterbildung zur Klinischen Neuropsychologin (GNP). Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Erziehung, elterliche Wut und Patchwork-Familien. Sie ist die Autorin dieses Artikels.

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Ferdinand Kirchhof

Ferdinand Kirchhof ist Psychologe (M.Sc.). Er arbeitet am Fachzentrum für Wut & Aggression als psychologischer und wissenschaftlicher Berater und seine Expertise fließt sowohl in unsere Arbeit als auch in unsere Veröffentlichungen. Er ist der Co-Autor dieses Artikels, zusammen mit Kathrin Georg als Autorin.

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