Siegel: 100 % spezialisiert auf Wut & Aggression
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Psychologen,
Ärzte, Therapeuten,
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Bekannt aus:
Bekannt aus stern, NZZ, ZDF, SWR1, Süddeutsche Zeitung und Deutschlandfunk
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Mein Mann ist ständig gereizt und aggressiv – Was tun?

Wenn Ihr Mann ständig gereizt ist, kann das eine Herausforderung für die Beziehung sein. Ab dem Zeitpunkt, an dem er sich Ihnen gegenüber aggressiv verhält, sprechen wir von Gewalt in der Beziehung. Diese kann sich z. B. körperlich, psychisch oder sexuell äußern. Gewalt in Beziehungen ist leider keine Seltenheit (Capaldi et al., 2003). In einer Studie zeigten die Daten, dass knapp 30 % der Frauen in der Stichprobe von Gewalt in der Partnerschaft betroffen waren. Auch 23 % der Männer in dieser Studie haben Gewalt in Beziehungen erlebt. Frauen, die in einer Beziehung leben, erleiden jedoch häufiger körperliche oder sexuelle Gewalt sowie Macht- und Kontrollmissbrauch. Männer, die zu solchen missbräuchlichen Verhaltensweisen neigen, zeichnen sich häufig durch Merkmale wie hohe Reizbarkeit, hohe Aggression, geringes Selbstwertgefühl, Stress und Aggressivität durch Alkohol aus (Russell & Hulson, 1992). Außerdem zeigen sie in ihrer Grundhaltung keine Missbilligung von Gewalt zwischen Eheleuten (Russell & Hulson, 1992).

Ist Ihr Mann ständig gereizt und bei jeder Kleinigkeit sofort auf 180? Ist Ihr Mann Ihnen gegenüber aggressiv? Erleben Sie unkontrollierte Wutausbrüche Ihres Mannes? Diese Situation kann sehr belastend sein, und es ist wichtig, dass Sie sich Hilfe suchen. Mit dem Lesen dieses Artikels haben Sie einen ersten wichtigen Schritt getan. Sie informieren sich über das Thema. Um die Gereiztheit Ihres Mannes besser verstehen zu können, möchten wir Ihnen zunächst mögliche Ursachen aufzeigen.

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Ursachen für ständige Gereiztheit

Frustration

Frustation, z.B. im Job, kann eine Ursache für ständige Gereiztheit sein

Eine Ursache für Reizbarkeit kann eine häufige Frustration sein (Toohey & DiGiuseppe, 2017). Hier können beispielsweise soziale oder berufliche Schwierigkeiten als Frustration erlebt werden. Diese Frustration führt zu Anspannung. Die Anspannung macht die Person dann empfindlicher für negative Reize. In manchen Fällen kann Frustration auch zu Aggression führen (Frustrations-Aggressions-Theorie). 

Koffein-/Tabakentzug

Konsumiert Ihr Mann Kaffee und Zigaretten? Dann ist folgender Absatz wichtig für Sie: Der Konsum von Koffein und Tabak und die damit verbundenen Entzugserscheinungen können zu erhöhter Reizbarkeit führen (Hughes & Boland, 1992). Darüber hinaus haben Studien gezeigt, dass Menschen an Tagen mit mehr Unzufriedenheit mehr Zigaretten und Koffein konsumieren. Bei ständiger Reizbarkeit lohnt es sich deshalb, auch auf den Zigaretten- und Koffeinkonsum zu achten.

Kognitive Merkmale

Eine weitere Ursache für ständige Gereiztheit und Aggressivität bei Männern können auch bestimmte kognitive Merkmale sein. Dazu gehören bestimmte Bewertungsprozesse, patriarchalische Einstellungen und maladaptive Überzeugungen, wie z. B. eine grundsätzlich feindselige Motivation oder der Wunsch, emotionalen Schaden zuzufügen (Eckhardt & Dye, 2000). 

Innere Wut

Wer seine innere Wut nicht loswird kann als Mann ständig gereizt sein

Manchmal kann auch innere Wut eine Ursache für erhöhte Reizbarkeit sein. In Partnerschaften oder Ehen besteht oft ein enger und dauerhafter Kontakt, wodurch es zu erhöhten zwischenmenschlichen Spannungen kommen kann (Scherer & Wallbott, 1994). Es kann sein, dass eine Person wütend ist, diese Wut aber nicht auf gesunde Weise (z. B. durch Gespräche) ausdrückt. Wenn die Person diese Wut unterdrückt, spricht man von innerer Wut. Dies kann jedoch zu innerer Spannung führen, die sich z. B. in ständiger Gereiztheit oder passiv-aggressivem Verhalten äußert.

Wenn Gereiztheit zu Aggression führt

Sie haben mögliche Ursachen für Gereiztheit kennengelernt. Nun wollen wir uns anschauen, wie es von der Gereiztheit zur Aggression kommen kann. Das kann auf zwei Arten geschehen. Gereiztheit kann zum einen direkt zu Aggression führen. In diesem Fall sollte man sich auf die Reizbarkeit konzentrieren, da sie einen direkten Einfluss auf die Aggression hat. Zum anderen kann Reizbarkeit zu erhöhter Wut führen, die dann zu Aggression führt. In diesem Fall könnte neben der Veränderung der Reizbarkeit auch eine Intervention in Bezug auf die Wut sinnvoll sein (Toohey & DiGiuseppe, 2017). Im Folgenden möchten wir Ihnen Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie mit der ständigen Reizbarkeit oder möglicherweise auch Aggressivität Ihres Mannes umgehen können.

Was tun, wenn der Mann ständig gereizt und aggressiv ist?

Für Ihre Sicherheit sorgen

Wenn ständige Gereiztheit zur Aggression sorgt, sollte erst einmal Stopp sagen und für die eigene Sicherheit sorgen

Ihre Sicherheit steht an erster Stelle. Bedroht Ihr Mann Sie, hält er Sie fest oder schlägt er Sie, verlassen Sie die Situation sofort. Bei akuter Gefahr rufen Sie die Polizei unter 110. Rat bekommen Sie beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter 116 016: kostenlos, anonym, rund um die Uhr und in 18 Sprachen. Ein Deeskalationstraining kann Ihnen helfen, kritische Situationen zu entschärfen und Zeit zum Reagieren zu gewinnen.

Das Thema Wut & Aggressionen in den Medien
MEDIENBERICHTE

Selbstfürsorge

Auch die Selbstürsorge darf nicht vergessen werden, wenn der eigene Mann ständig gereizt und aggressiv ist

Selbstfürsorge ist von entscheidender Bedeutung, besonders in herausfordernden Beziehungssituationen (siehe hierzu auch unseren Artikel Choleriker als Partner - Was tun?). Wenn Sie unter der ständigen Gereiztheit Ihres Partners leiden, ist es wichtig, sich bewusst Auszeiten zu gönnen. Trennen Sie sich geistig und physisch von der belastenden Situation, indem Sie sich Aktivitäten widmen, die Ihnen Freude bereiten. Das kann ein Spaziergang in der Natur, das Lesen eines Buches oder auch das Praktizieren von Entspannungsübungen wie Meditation oder Yoga sein. Indem Sie sich Zeit für sich selbst nehmen, können Sie neue Energie tanken und Ihre geistige Gesundheit stärken.

Soziale Unterstützung

Soziale Unterstützung spielt eine bedeutende Rolle, wenn man einen Partner hat, der ständig gereizt und aggressiv ist. Sprechen Sie mit vertrauten Personen wie guten Freunden oder Familienmitgliedern über Ihre Situation. Diese Vertrauten kennen oft sowohl Sie als auch Ihren Partner und können Ihnen Ratschläge und Unterstützung bieten. Sie können als wichtige Stütze dienen, indem sie Ihnen zuhören, Verständnis zeigen und möglicherweise Perspektiven anbieten, die Ihnen helfen, mit der belastenden Situation besser umzugehen.

Hilfe für ihn

Ein Online Wut-Coaching kann ebenfalls helfen mit der Situation klar zu kommen

Seine Wut können Sie ihm nicht abnehmen, ändern kann sie nur er selbst. Die gute Nachricht: Wut ist keine Krankheit, sondern erlerntes Verhalten, und das lässt sich ändern. In einer unserer Fortbildungen lernt er, seine Auslöser zu erkennen, bevor er auf 180 ist. Das Fachzentrum für Wut & Aggression ist seit 2018 darauf spezialisiert und von der ZFU staatlich geprüft und zugelassen. Wie Sie ihn darauf ansprechen, zeigt Katrin Hoster im Video auf dieser Seite. Etwas, das Sie ihm ohne Vorwurf empfehlen können: unser Podcast. Steckt mehr dahinter, kann eine Wut-Therapie der richtige Weg sein.

Fazit: Das hilft bei ständiger Gereiztheit des Mannes

Gereiztheit und Aggression in Beziehungen sind ein ernstes Thema, das alle Beteiligten stark belastet. Wichtig ist, für die eigene Sicherheit zu sorgen und gegebenenfalls Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen, besonders wenn Gewalt im Spiel ist. Betroffene können in einem Anti-Aggressivitäts-Training (AAT) lernen, mit den eigenen Aggressionen umzugehen. Für den Fall, dass Ihr Partner zwar ständig gereizt ist, jedoch keine Gewalt ausgeübt wird, helfen Selbstfürsorge, Rückhalt bei Freunden und Familie und professionelle Hilfe, etwa eine unserer Fortbildungen für ihn.

Und falls Sie sich beim Lesen selbst wiedererkennen: Gut, dass Sie hier sind. Viele Männer, die sich bei uns melden, wollen nicht mehr derjenige sein, vor dem zu Hause alle leiser werden. Im kostenlosen Erstgespräch prüfen wir gemeinsam, ob wir Ihnen helfen können.

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Über die Autoren
Kathrin Georg

Kathrin Georg ist Klinische Psychologin (M. Sc.) und Sozialpädagogin. Sie verantwortet die fachliche Leitung am Fachzentrum für Wut & Aggression und befindet sich in Weiterbildung zur Klinischen Neuropsychologin (GNP). Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Erziehung, elterliche Wut und Patchwork-Familien. Sie ist die Autorin dieses Artikels.

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Ferdinand Kirchhof

Ferdinand Kirchhof ist Psychologe (M.Sc.). Er arbeitet am Fachzentrum für Wut & Aggression als psychologischer und wissenschaftlicher Berater und seine Expertise fließt sowohl in unsere Arbeit als auch in unsere Veröffentlichungen. Er ist der Co-Autor dieses Artikels, zusammen mit Kathrin Georg als Autorin.

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